Das Großmembran Mikrofon: Starker Sound mit eigenem Charakter

Bei den Kondensator-Mikrofonen unterscheidet man zwischen dem sogenannten Klein- und dem Großmembran Mikrofon. Beide Varianten arbeiten nach demselben Funktionsprinzip und unterscheiden sich nur durch die Größe der verbauten Membran. Diese wirkt sich allerdings auch auf die Größe des Mikrofons deutlich aus, sodass man Großmembran Mikrofone in der Regel sehr leicht an ihrer Größe erkennen kann.

Der klangliche Unterschied zwischen beiden Varianten ist jedoch für deren Verwendungszweck entscheidend. So wird ein Großmembran Mikrofon in der Regel für einen bestimmten Zweck und zu einem bestimmten Klangergebnis eingesetzt.

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Studiomikrofon – Bild: © made_by_nana – Fotolia.com

Die technische Definition eines Großmembran Mikrofons

Kondensator Mikrofone arbeiten – egal ob Klein- oder Großmembran Mikrofon – mit einer beweglichen Membran, welche die Schallwellen aufnimmt und diese entsprechend ihrer Empfindlichkeit in eine entsprechende Signalspannung umwandelt. Bei einem Kleinmembran Mikrofon hat die Mikrofonkapsel in der Regel einen Membrandurchmesser von weniger als einem Zoll.

Ein Großmembran Mikrofon hingegen hat in der Regel einen Membrandurchmesser von einem Zoll oder darüber. Diese Definition ist allerdings nicht allgemeingültig, sodass einige Hersteller ihre Mikrofone bereits als Großmembran definieren, obwohl der Membrandurchmesser nur 0,75 Zoll beträgt.

Grundsätzlich kann man sagen: Je größer die Membran eines Mikrofons ist, umso empfindlicher reagiert diese auf Schalldruck und umso leisere Töne lassen sich in eine gut erkennbare Signalspannung umwandeln. Diesen Vorteilen stehen allerdings auch Nachteile gegenüber.

Denn durch die Größe der Membran verändert sich deren Schwing-Charakteristik deutlich. Bei kleineren Wellenlängen, also höheren Tönen und Frequenzen kommt es bei Großmembran Mikrofonen zu Interferenzen und Störungen. Somit sind diese Mikrofone für die höheren Tonlagen nur bedingt geeignet.

Wie verhalten sich Großmembran Mikrofone im Klang

Aufgrund der großen Membran kann ein Großmembran Mikrofon problemlos auch leise Töne sehr gut und ohne Verstärkung wiedergeben. Dies ist besonders wichtig, da ein nachgeschalteter Verstärker das Rauschen oftmals erheblich vergrößern kann.

Allerdings beeinflussen die Größe des Mikrofons und die Interferenzen bei den hohen Frequenzen das Klangbild des Mikrofons deutlich.

Während ein Kleinmembran Mikrofon in der Regel einen linearen Klangverlauf aufweist und somit eine möglichst genaue und akkurate Klangwiedergabe ermöglicht, sieht dies bei den Großmembran Mikrofonen anders aus. Diese färben die aufgenommenen Klänge oftmals charakteristisch und verändern diese deutlich.

Dieser Effekt ist es jedoch, der ein Großmembran Mikrofon in vielen Einsatzbereichen so beliebt macht.

Denn durch die stärkere Färbung des Klangs können bestimmte Instrumente oder auch Stimmen deutlicher hervorgehoben und charakterisiert werden. Klangliche Authentizität lässt sich mit solchen Mikrofonen nicht erreichen, doch für ein bestimmtes Klangbild können diese Großmembran Mikrofone deutlich besser geeignet sein, als die alternativen Kleinmembran Mikrofone.

Darüber hinaus verfügen die Großmembran Mikrofone über ein größeres klangliches Spektrum, sodass vor allem bei Gesangs- und Sprachaufnahmen mehr Details ausgearbeitet werden können.

Die Klangcharakteristik unterscheidet sich oftmals deutlich

Während man in der Regel jedes Kleinmembran Mikrofon kaufen kann und diese alle relativ ähnlich klingen, gibt es bei den Großmembran Mikrofonen deutliche Unterschiede. Hier spielen nicht nur die Bauweise und die Verarbeitung der Mikrofone eine wichtige Rolle, sondern auch die allgemeine Verdrahtung und Leistungsbandbreite der Geräte. Aus diesem Grund klingt praktisch kein Großmembran Mikrofon wie das andere.

Unterschiedliche Modelle verschiedener Hersteller haben alle eine eigene Klangfarbe und verändern den Klang in eine bestimmte Richtung. Wer ein Großmembran Mikrofon erwerben möchte, sollte sich dementsprechend mit den charakteristischen Unterschieden der verschiedenen Geräte vertraut machen.

Vor allem bei hohen Frequenzen kann es deutliche Unterschiede geben – abhängig von der Empfindlichkeit der Membran und deren Größe.

Somit kann man bei Großmembran Mikrofonen keine generelle Kaufempfehlung abgeben, da alle Geräte für einen bestimmten Einsatzbereich optimal geeignet sind. Die einen Geräte eignen sich hervorragend um Stimmen und Gesangs-Parts klanglich zu unterstützen, während andere Modelle vor allem für den Einsatz mit Instrumenten besser geeignet erscheinen.

Es lohnt sich in jedem Fall die verschiedenen Großmembran Mikrofone miteinander zu vergleichen und deren Klang zu überprüfen.

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Großmembran Mikrofon – Bild: © Gecko Studio – Fotolia.com

Einsatzgebiete für Großmembran Mikrofone

Ein Großmembran Mikrofon kann in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt werden. Während es auf Bühnen nur selten zum Einsatz kommt, ist das Großmembran Mikrofon vor allem im Studio-Alltag kaum noch wegzudenken.

Darüber hinaus greifen viele Künstler zu solchen Mikrofonen, um ihrer Stimme einen charakteristischen Klang zu verleihen.

So sind diese Mikrofone oftmals im Bereich YouTube und Podcasts im Einsatz und überzeugen dort durch die sehr guten Klangbilder und vor allem den klaren Klang im Bereich Sprache.

Für den Gesangsbereich sind Großmembran Mikrofone vor allem dann von Vorteil, wenn nicht mit allzu hohen Frequenzen gerechnet werden muss. Hier können die Klangbilder der Mikrofone der Stimme mehr Tiefe und Raum verschaffen und dabei helfen die Stimme gegen die Instrumente zu verstärken.

Dank der sehr guten Empfindlichkeit der Großmembran Mikrofone können diese auch leise Sprach- und Gesangparts sehr gut erkennen und wiedergeben.

Der Einsatz separater Verstärker und somit eine Veränderung des Klangbildes mit mehr Rauschen ist mit diesen Geräten nicht notwendig. Ein großer Vorteil, wenn die benötigte Hardware für eine Aufnahme so klein und kompakt wie nur möglich gehalten werden soll.

In jedem Fall sollte man sich mit dem Großmembran Mikrofon und dessen Klang vertraut machen, ehe man zum produktiven Einsatz schreitet.